Erster Wandertag zu zweit - von Mals nach Stilfs
- Knut

- 26. Juli 2024
- 3 Min. Lesezeit

Man kann nicht jeden Tag Pause machen - auch wenn es zwischendurch wirklich mal nötig war.
Aber so komme ich nicht nach Nizza, wenn ich nur Auszeiten nehme. Also auf!
Wie es der Zufall so wollte, hatte ich gestern Abend im Status eines Bekannten aus Luginsland (Michael) gesehen, dass er mit dem Rennrad gerade eine Alpenüberquerung von Garmisch zum Gardasee macht und am Nachmittag in St. Valentin auf der Haide in einem Hotel untergekommen ist. Wahnsinn! Was für ein Zufall! In der gleichen Ortschaft. Am gleichen Tag....
Da das Hotel nur drei Gehminuten von meiner Unterkunft entfernt war, verabredeten wir uns für morgens auf ein kurzes Treffen - einfach weil es so cool ist. Er musste aber ja auch in seine geführte Etappe starten - so wie ich bzw. wir (Yvonne läuft ja nun mit) auch. Somit hatten wir erst ausgiebig und lecker gefrühstückt, alles ins Auto gepackt und dann kurz zum Hotel von Michael geschaut. Kurzer Plausch, nette Worte, ein Bild für die Erinnerung und dann mussten wir alle los.

Unser Weg führte uns erst mit den Auto von St. Valentin nach Mals, wo wir es für die nächsten zwei Wochen parkten. Dort am Bahnhof ist die Chance am größten, dass eine Rückreise von wo auch immer wir es hin schaffen am einfachsten ist. Anschließend starteten wir in die erste Tagesetappe zusammen.
Es ging erst kurz noch durch Mals und an bewässerten Obstplantagen vorbei - wir mussten einen wahren Hindernislauf hinlegen, weil die Wassersprüher sich drehten und somit schön alles nass machten, was auch außerhalb der Felder lag. Ganz trocken sind wir nicht geblieben, aber es war schon sehr warm, also halb so wild.
Wir liefen durch das Dorf Glurns, eine der kleinsten Städte Südtirols. Ein netter kleiner Ortskern mit schöner Kirche, 'Dorfplatz', aber leider auch viel Autoverkehr.
Anschließend wechselte der Weg in den Bereich von Wiesen und Obstplantagen. Am Fuße eines Hangs ging es Richtung Süden, immer mit Blick ins Tal in Richtung Meran. Ich kannte diese Ecke schon von einem Wochenendtrip mit Niels nach Sulden. Es kam mir alles so bekannt vor.
In der Ortschaft Lichtenberg sahen wir oberhalb die Ruine des Schlosses Lichtenberg liegen. Kurzentschlossen änderten wir die Route und nahmen den zusätzlichen Kilometer und die knapp 100 Hm in Kauf. Ein bisschen Kultur hat noch niemandem geschadet. Und sooooo weit hatten wir es heute ja auch nicht.
Die Ruine und der Blick ins Tal waren toll, nur die Sonne und die Mittagshitze machten ein bisschen zu schaffen. Hier sind es schon südlichere Temperaturen als am Berg. 😅
Kurze Pause, dann weiter in den Wald hinein. Da war es schon merklich kühler. Über einen Waldlehrpfad ging es weiter, wir lernten etwas über Rehe, die Sprungkraft von Hirschen und ich selbst machte mich auch zum Hirschen - bei den Versuch, ein völlig unpassendes und Schmerzen verursachenden "Hirschgeweih" aufzusetzen. 😁

Wir wechselten auf den Agumser-Bergwaal, einem Weg, der wohl früher ein Bewässerungskanal gewesen sein muss. Ein Waal ist ein künstlich angelegter Bewässerungskanal oder -graben, der Wasser aus einem Bach zu oft sehr weit entfernt angelegenten landwirtschaftlichen Feldern oder Plantagen leitet. Der Vorteil dieses Weges war, dass er kaum eine Steigung hatte und schön auf gleicher Höhe am Hang entlang ging. Im Boden war auch ein Wasserrohr verlegt, in den auch tatsächlich Wasser lief. Also war es noch ein Waal - irgendwie.
Nach einem letzten steilen, knackigen Anstieg erreichten wir die Ortschaft Stilfs, den Zielort des heutigen Tages. Es war keine Riesenetappe, aber meine Mitläuferin Yvonne ist auch noch nicht eingelaufen und braucht auch einen entspannten Einstieg. Sonst ist gleich die Luft draußen. Und es muss ja auch mit den Unterkünften passen.
Im Dorf sahen wir, dass es Vorbereitungen für ein Dorffest gab, übers Wochenende wird eine Kulturveranstaltung gefeiert mit einer Darstellung des großen Dorfbrandes von 1862. Leider geht das erst um 10e los - zu spät für uns müde Wandernde.
Nach dem Essen sind wir noch kurz raus und eine kleine Runde durchs Dorf gelaufen, aber für die richtigen Veranstaltungen oder Aufführungen hat es uns nicht mehr gereicht. Schade eigentlich.
Morgen laufen wir weiter zum Stilfser Joch. Da bin ich schon gespannt, dann sind wir wieder richtig in den Bergen. Liegt auf fast 3.000 mNN - viele von euch werden es kennen. Ich jedoch noch nicht.
Bis dann, macht's gut, morgen kommen dann auch wieder mehr Bergbilder ins Spiel bzw. den Blog! 😄
Liebe Grüße
Knut







































































Diese Yvonne kommt mir doch bekannt vor...
Momentan stimmt die Richtung für die Besichtigung der nächsten eisenbahnerischen Besonderheit: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kreisviadukt_von_Brusio Oder wollt Ihr Euch weiter nördlich diese gelungene Trassierung ansehen? 🎢 🚞