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KHW403-T11 - Letzter Tag in den Karnischen Bergen

  • Autorenbild: Knut
    Knut
  • 7. Juli 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Zwei Tage Pause, zwei Tage Ausruhen, nun galt es, wieder etwas zu tun. Der Berg ruft!


Also frühstücken, alles zusammen packen und los! Vorher noch den Geldbeutel aufpimpen, das Geld muss nun reichen bis Bruneck und ich möchte nicht am Berg ohne Bargeld dastehen - mit Karte zahlen ist nur in Ausnahmefällen möglich.


Wie schon am Mittwoch der 'Ausstieg' aus den Bergen mit einem guten Stück Forststraße endete, so durfte ich nun zum 'Einstieg' auch wieder ein paar (mehr) Meter laufen, bevor es richtig bergig wurde.

Bis kurz unterhalb des Klapfsee überholten mich einige Autos mit Wanderern, die nicht so weit latschen und sich den Hatch sparen wollten. Um dem zu entgehen, nahm ich am Abzweig unterhalb des Sees die "Abkürzung Klapfsee 30 min.", so war es offiziell angeschrieben. Der Fahrweg hätte 45 min. gedauert.

Es ging erst über eine Pferdeweide, anschließend durch den Wald auf und ab am Bach entlang bis zum See. Da standen sie dann alle, die Genusswanderer, um in einfacher Weise zur Porzehütte aufsteigen zu können.



Ich ging am See vorbei, der Aufstieg ging gleich am Anfang steil durch eine Kuhweide hinauf. Die Kühe schauten mich an, vielleicht schnaufte ich zu laut. Aber sie blieben friedlich. Nach der Kuhweide folgte ein Wald und eine freie Wiese, dort standen Pferde mitten auf dem Weg. Warum hier so viele Pferde in den Bergen gehalten werden (hatte ich die letzten Tagen ja immer wieder), weiß ich nicht genau, aber als Nutztiere werden sie nicht benötigt.



Nach 400 Hm Aufstieg (vom See weg) hatte ich den Karnischen Höhenweg erreicht und war wieder auf meiner 'Originalroute'. Diese führte mich in einem leicht abschüssigen Weg bis zu einem weiteren, kleinen See (Oberer Stuckensee). Leider war das Wetter wieder nicht berauschend, ein gemütliches 'Hinsetzen und rasten' war wieder nicht möglich. Also weiter, den Berg in Richtung der Filmoor-Standschutzhütten erklimmen. Es wurde schroffer, man merkte langsam die Höhe. Außen herum waren die Berge wieder in Wolken, und ich wusste, dass ich dort später noch hinauf kommen würde. Der höchste Punkt meiner heutigen Tour sollte auf 2.678 mNN liegen.



Auf Grund des kalten Windes - ich hatte zwischenzeitlich auf lange Hose, Langarmshirt und Regenjacke umgestellt - dachte ich mir, heute gehst du in der Mittagspause in die Filmoor-Hütte und trinkst einen Tee. Die Hütte war echt klein, innen war die Küche offen gestaltet und die drei Tische waren komplett belegt. War ein cooles Ambiente, so ein richtiges Berggefühl kam auf. War echt toll, dass ich eingekehrt bin.



Aber ich musste noch ein paar Meter laufen, ich hatte drei Stunden Gratwanderung vor mir. Und das bei den Wolken und kaltem Wind - brrrrrr.

Langsam aber stetig ging es aufwärts, erst normale Bergwege, dann ein großes Schotterfeld, später dann am Grat über immer mehr blockige Felsen. An sich ein richtig cooler Weg, aber von Italien wehte ein so starker Wind, dass ich froh war, auf der österreichischen Seite des Grates im Windschatten zu laufen.

Das nachfolgende Video ist diesmal kein Zeitraffer, so schnell zogen die Wolken tatsächlich....



Die Sicht war gleich Null, nur ab und zu ließen sie einen Blick ins Tal zu - und dort war Sonne. 😢

Ich musste mich aber sowieso auf den Weg konzentrieren, enge Stellen um Felsen herum, leichte Kletterei an ein paar Absätzen. Könnte bei Sonne sicherlich noch eine gute Spur interessanter und schöner sein. Einziger Trost: es hat nicht geregnet! 🥳



Nach zwei Stunden am Grat und Überschreitung der Pfannspitze (2.678 mNN) ging es dann runter zur Obstansersee-Hütte. Eine dreiviertel Stunde stand auf dem Schild. Es waren noch Schneefelder vorhanden, die aber sehr weich und nicht sehr steil waren. Man konnte so richtig flott darin absteigen. Und als ich von oben sah, dass eines dieser Schneefelder sehr weit nach unten ragte und weiter unten wieder auf den Weg traf, nutzte ich die Gunst der Stunde und 'kürzte' übers Schneefeld ab...

Und nach nicht mal 20 min. war ich schon an der Hütte!



Wieder einmal war das Wetter so, dass es nichts wurde aus 'vor der Hütte sitzen' oder die Gegend erkunden. Sehr schade. So kalt draußen, dass ich froh war, innen einen Platz zu bekommen. Dafür war das Essen echt super, es gab ein Tiramisu zum Nachtisch - ein Traum.

Und ich habe im Lager keinen direkten Nachbarn. Juhu! Macht es etwas entspannter.


Morgen steige ich in Richtung Italien ab und steige in die Dolomiten ein. Am Montag Nachmittag möchte ich an den Drei Zinnen sein - da freue ich mich drauf! Mit diesem Gedanken schlafe ich bestimmt gut ein!


Ich hoffe, ihr habt auch eine gute Nacht!

Bis Morgen!


Gru

 
 
 

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