Kurz-Trip nach "Kanada"
- Knut

- 29. Juli 2024
- 3 Min. Lesezeit

Nein, in der 80er Disko waren wir gestern nicht mehr, und die Telefone nutzen wir auch nicht. Aber geschlafen haben wir gut im Old-Shool-Hotel.
Das Frühstück war dann auch passend dazu - irgendwie Old-Shool. So witzig. Es gab nur eine einzige Tassengröße (Kaffeetasse) für alle Getränke - egal ob Kaffee, Cappuccino, Tee oder Latte macchiato, also völlig zu klein. Dafür waren die Müslischüsseln so groß, dass du für die ganze Familie eine Portion hast abfüllen können. 😄
Egal, Hauptsache satt.
Dann los, heute sollten 20,5 km auf den Programm stehen, zum Glück nur knapp 400 Hm rauf, runter waren es deutlich mehr, nämlich knapp 1.200 Hm.
Zuerst mussten wir aber nach oben, nur ein kurzes Stück. Und gleich dann eine Überraschung: der Weg, den wir gehen wollten, war wegen Bauarbeiten von 2022 bis 2024 gesperrt. 🙄
Na toll - und nun? Kurz beratschlagt, dann um die Absperrung herum - wird schon irgendwie gehen. Der Weg ging in tollen, gemütlichen Serpentinen den Berg runter, von Bauarbeiten so gut wie nichts zu sehen. Und so blieb es auch den ganzen Abschnitt über - also gut, dass wir uns über das Gesetz hinweg gesetzt haben. Aber nicht nachmachen, so etwas macht man nicht.... 😜
Nach Überquerung der Hauptstraße - es war die Stilsferjoch-Passstraße im Bereich der Schweiz - ging es über einen gemütlichen Höhenweg sanft den Berg hoch. Leider hörte man ununterbrochen die Motorräder auf der Passstraße, nun am dritten Tag sehnte man sich doch nach ein bisschen Ruhe in den Bergen.
Hier ein bisschen nach den Blumen schauen, die Aussicht genießen, dort Kühe beobachten und so ging es stetig bis auf die Forchola-Scharte hoch (2.760 mNN). Ein letzter Blick zurück auf den Ortler, der damit aus unserem Sichtfeld verschwand. Die Tage zuvor war er immer dominant gewesen, nun traten andere Berge in den Vordergrund.
Aber vorher erst noch Anlagen aus dem Weltkrieg. Direkt an der Scharte waren Stellungen aus dem ersten Weltkrieg zu finden, ein kleines Stück danach eine alte Arme-Unterkunft - erstaunlich gut erhalten. Wir gingen ins Haus und sahen uns um. Sehr interessant, aber auch gruselig, wenn man sich überlegt, aus du welcher Zeit es stammt.
Der weitere Weg führte durch eine völlig andere Berglandschaft. Es dominierte nicht mehr Eis und Schnee, sondern teils graue, teils braune Felsen, die alle sehr bröselig aussahen und waren. Die Scharte hatte einen extremen Wechsel bewirkt.
Wir gingen bergab, über einen gut ausgebauten Weg, sahen und beobachteten ganz viele Murmeltiere und freuten uns darüber, dass wir nochmals sehr viele Edelweiß neben den Weg entdeckten.
Eine kleine Pause auf einem Grashügel mit Blick ins Tal durfte natürlich auch nicht fehlen.
Weiter ging es durch ein etwas engeres Tal, bevor sich dieses aufweitete und Blicke in Richtung Bormio freigaben. Unser Ziel war aber genau in die andere Richtung. Über eine Forststraße durch einen Kiefernwald, vorbei an einen Picknickplatz ging es dir letzten Höhenmeter bis zum Lago di Cancano. Und der flaschte uns total: er erstrahlte in einem wundervollen, fast künstlich wirkenden Türkisblau. Auf der Wasseroberfläche konnte man die Schatten der Wolken erkennen, dort war das Wasser eher dunkelgrün, aber in der Sonne glitzerte das Wasser so toll in Türkis.
Mich erinnerte es sofort an Kanada: Kiefernbäume, das türkise Wasser, Berge ordentlicher Höhe außen herum bis ans Wasser. So toll. Ich war hin und weg. Foto, noch ein Foto, noch eins und nochmal....
Leider mussten wir noch am ganzen See entlang, unsere Unterkunft war genau am Staudamm zwischen dem unteren und oberen Stausee. Die gut vier Kilometer schafften wir aber dennoch - trotz des schon etwas weiteren Weges und der drückenden Hitze heute. Und so kamen wir erledigt, aber zufrieden und glücklich am Refugio Val Fraele an, einem ganz kleinen Häuschen, dass toll dekoriert und liebevoll geführt wird.
Schade war eigentlich nur, dass es sehr stark geweht hat und es damit sofort kühl wurde, als die Sonne tiefer stand. Sie ging während des Abendessens unter, uns war es bei einem kurzen "Vor-die-Tür-gehen" nach dem Abendessen sofort kalt.
Aber morgen laufen wir komplett über den Zwischen-Staudamm, da können wir alles nochmal in Ruhe betrachten. Daher verabschiede ich mich auch jetzt in die Nacht.
Bis Morgen - wenn ihr wollt!
Liebe Grüße vom Lago di Cancano
Knut







































































































Hallo Knut, was ein Traum 🤩,....weiter und weiter durch die wunderschönen Berge wandern zu können. Nachdem wir Dich als Familie auf der Oberetteshütte getroffen haben (dort wurde die 3000 m Marke geknackt 😂), war unser zweiwöchiger Urlaub leider bald zu Ende . Jetzt sind wir wieder im flachen Land und ich vermisse die hohen Berge. Vielleicht finde ich ja in deinem Blog noch Inspiration für den nächsten Urlaub.☀️ Viel Spaß und Ausdauer weiterhin beim Wandern und dass kein Gewitter das entspannte Erleben trübt. Liebe Grüße aus dem Münsterland.