Monster-Abstieg am Schweizer Nationalfeiertag
- Knut

- 2. Aug. 2024
- 3 Min. Lesezeit

Eine gute Nacht, erholsam, und gut für die Beine. Wie viel das Wert war, sollte sich noch heraus stellen. Das Frühstück war besser als im Refugio Eita, auch wenn es mit Brot nicht so weit hin ist. Aber dafür leckeren Kaffee, Joghurt und Marmelade.
Bevor wir los gingen, hatten wir noch eine total nette Konversation mit der Wirtin, wir nutzten den Microsoft Translater und konnten so ein direktes Gespräch führen. War lustig. Und sehr nett. Das war die Wirtin sowieso, schon am gestrigen Abend hatte sie sich rührend um uns gekümmert.
Irgendwann konnten wir uns losreißen und machten uns auf den Weg. Es ging gleich los mit dem Anstieg, aber zum Glück nicht übermäßig steil. Es wehte wieder kein Wind, und damit merkte man die Temperaturen schon ordentlich - es war drückend heiß. Wir kamen an einem See vorbei, der relativ tief zu sein schien. Ein paar Fische zogen ihre Kreise, aber durch das glasklare Wasser sahen sie uns am Ufer stehen und schwammen lieber wo anders lang. 😂
Der weitere Aufstieg war nicht spektakulär, kurz vor der Scharte waren nochmals Blockfelsen gestapelt, der Weg führte über einige "Treppenstufen" am Rand entlang. Und an der Scharte wechselten wir dann zum ersten Mal in die Schweiz! Nicht besonders aufregend, nur in der Schweiz herrschen ja andere Bedingungen was Internet, Währung und Kosten angeht. Und: heute, am 01. August, ist Nationalfeiertag in der Schweiz. Was uns erstmal nicht wichtig war, für uns begann nämlich nun der Monster-Abstieg. Über 1.500 Hm runter bis ins Tal nach Poschiavo bzw. nach Il Court. Puuuh, so viel. Wir hätten gerne ein Stück mit den Bus abgekürzt, aber auf der östlichen Seite des Tales fuhr kein Bus. Wir 'mussten' also bis ganz nach unten laufen.
Vorher noch einer kurze Pause, Schuhe und Füße präparieren, mental darauf einstellen. Und dann los - hilft ja nichts. Die grauen Wolken, die nach Regen aussahen, ließen zum Glück nur ein paar Tropfen fallen. Nicht ausreichend, um den Nässeschutz rauszuholen. Und so ging es dann erst durch Stein- und Wiesenlandschaft, später durch den Wald bergab.
Zwischendurch sahen wir einen Haufen mit Ästen und Zweigen, die wie für eine Sonnwendfeier aufgeschichtet waren. Hier wird also zum Nationalfeiertag auch ein Feuer entzündet - das ist so Tradition....
Es war ein sehr langer Abstieg. Schmerzhaft. Irgendwann auch nervend. Man sah das Tal, den riesigen Lago di Poschiavo, die Häuser, aber gefühlt wurden sie nicht richtig größer. Nur minimal. Zu wenig, um das Gefühl einen Abstiegs zu bekommen, der demnächst endet.
Mit schmerzenden Beinen und Füßen erreichen wir dann doch das Tal, endlich, mal wieder gerade gehen. Die letzten Meter bis zur Unterkunft. Waren wir froh, angekommen zu sein. Obwohl ich sagen muss, dass ich es noch schlimmer erwartet hatte. Aber dennoch: es gibt Schöneres, als endlich anzukommen! Hatte die Ruhe bzw. die gute Nacht doch geholfen?
Nur Essen mussten wir uns heute noch suchen. Da gab es den Costa, der angeblich offen hatte, aber als wir dort nach 20 min. Gehzeit das Restaurant erreichten, war nichts zu sehen. Nur eine Klingel. Sonst nichts. Keine Menschenseele. Nein, das wirkte irgendwie seltsam.
Also doch noch ein Stück weiter bis zur Bar Piz, die angeblich auch offen haben sollte. Zum Glück war sie es auch, es zogen wahnsinnig schwarze Gewitterwolken auf. Es blitzte, donnerte, wir setzten uns lieber rein.
Das Lustige: direkt vor dem Haus kreutze der Bernina Express (Zug) die Straße und fuhr ein paar Meter mitten auf der Fahrbahn. Sieht man auch nicht so häufig.
Das Essen war zwar gut, aber wenig, dafür um so teuerer. Wahnsinn, was das in der Schweiz kostet. Ein Burger für 11 Schweizer Franken kam relativ klein daher und ohne Beilagen. Und machte nicht satt - zumindest nicht, wenn man seit dem Frühstück nur ein paar Gummibärchen gegessen hatte und 550 Hm rauf bzw. 1.540 Hm runter gewandert ist. Mit einem zweiten Hauptgericht wurden wir schlussendlich doch noch satt - einigermaßen.
Der starke Regen und die Gewitter entluden sich zum Glück nicht direkt im Ort und so konnten wir sogar trockenen Fußes zurück zur Unterkunft laufen. Leider waren die Schweizer aber mit ihren Feuern und Feuerwerken zu spät für mich. Ich war einfach zu müde. Und schlief ein, bevor alles begann. 🙈 Man kann nicht alles haben.
Außer vielleicht nochmal eine gute Nacht!
Wäre schön, die Beine würden es mir danken.
Bis Morgen dann!
Schlaft gut,
Knuti



























































Welche Geheimnisse die Kühe da auf dem Bild austauschen? 🤔
Und die interessante Trassierung oberhalb von Poschiavo habt Ihr doch gesehen. Und den Bernina-Expreß aus der Nähe! 🚞 😃
Herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Bergfest 🥳😃