PFHW-T5 - Gefunden: Leontopodium nivale
- Knut

- 18. Juli 2024
- 3 Min. Lesezeit

Eine Nacht über dem Kuhstall - konnte das eine gute Nacht werden? Ja und nein!
Ich war früh im Bett gewesen und konnte auch schnell schlafen, die Ohrenstöpsel halfen natürlich! Es hatte scheinbar in der Nacht heftig geregnet und gewittert, aber mitbekommen habe ich davon nichts. Also ja, gut geschlafen habe ich. Nur um 4e war es vorbei mit der Ruhe, direkt unter dem Lager wurden die Kühe gemolken und dann raus getrieben - oder erst reingetrieben und dann gemolken? Ich weiß es nicht genau. Aber es war laut. Und die Milchkühlung trug ihre Übriges dazu bei.
Aber ich konnte nochmal einschlafen....
Das Frühstück im uhrigen Gastraum war echt süß. Also nicht nur wegen Marmelade, sondern auch, weil alles in einem Wandschrank stand, nettes Geschirr und einfach die Atmosphäre. Es kamen nach und nach immer mehr aus der Wirtsfamilie dazu, die Kinder, die Wirtin, und alle frühstückten mit. Toll.
Danach hieß es Abschied nehmen - es war gefühlt wirklich wie ein Abschied. An keiner anderen Hütte hatte ich mich so wohl und herzlich willkommen geheißen wie hier. Sehr schade. Hier könnte man es aushalten. Auch mehr als nur eine Nacht....
Den Weg zu Beginn hatte ich schon gestern gesehen - man konnte beobachten, wenn Wanderer des Pfunderer Höhenwegs die letzten Meter vom Berg herunter zur Hütte kommen. Und so wusste ich schon, dass es kein langer Aufstieg werden würde. Und so bin ich los, war motiviert und auch flott. Die Beine fühlten sich gut an. Und mitten im Aufstieg dann die große, erfreuliche Überraschung: neben dem Weg, völlig unscheinbar und auch völlig unerwartet wuchs da ein Alpen-Edelweiß (lat. Leontopodium nivale). Wow! Also hier hätte ich es nicht erwartet. Ich war in Bereichen unterwegs, wo ich es tausend Mal eher erwartet habe, aber nicht hier auf 'nur' knapp 2.200 mNN. Toll, ich freute mich sehr!

Oben am Törl war Netz und eine wundervolle Aussicht. Also nutzte ich die Gelegenheit, machte den Blog fertig, genoss den warmen Wind und die wundervolle Blumenwiese. Hier in den Bergen blühen so viele verschiedene, unterschiedlich gefärbte Blumen - Wahnsinn. So schön!
Und dann begann der lange Abstieg. Erst durch die Wiesen, dann immer mehr durch Wald, sehr abwechslungsreich. Teilweise sehr entspannt, zeitweise aber auch am steilen Hang mit ganz schmalen Wegen. Nur zum Ende hin wurde es eine Forststraße, auch, weil der Normalweg wegen Baumfällarbeiten gesperrt war und ich einen Umweg laufen musste (der dann eigentlich auch gesperrt war).
Unten im Tal schloss ich mit leichter Wehmut den Pfunderer Höhenweg ab. Schade eigentlich, er hat mir wirklich gut gefallen und lädt zum Wiederholen ein - dann aber vielleicht mit Begleitung.
Der restliche Weg bis nach Sterzing war wenig aufregend. Er ging durchs Tal, einem Dorf auf einer kleinen Anhöhe, und schließlich hatte ich freien Blick auf Sterzing. Ich wanderte bis zur Tourist Information und erkundigte mich nach einer Unterkunft. Leider gab es nur ein teures Hotel, keine Pension oder etwas privat geführtes. Ein krasser Gegensatz zur Alm vorher. Vorteil: ich konnte meine stinkige Wäsche waschen und war mitten in der Stadt.
Den Nachmittag über versuchte ich, die Tage weiter zu planen und es so hinzubekommen, dass ich nächste Woche am Mittwoch ins Tal vom Reschenpass (Schluderns) absteigen kann. Nicht so ganz einfach, es passend hin zu bekommen, aber es gelang mir. Dort werde ich dann für zwei Wochen meine Begleitung Yvonne begrüßen dürfen. Ich freue mich darauf, dann nicht mehr alleine Wandern zu müssen. Auch wenn es 'nur' für einen kürzeren Abschnitt ist, ist es doch eine Abwechslung.
Am Abend machte ich mich auf in die Stadt, etwas Essen. Bei einer Pizzeria ums Eck fand ich leckere Speis und Trank, danach noch in der Fußgängerzone viel Trubel, es gab ein Stadtfest mit Bühne, kleinen Verkaufsständen verschiedener örtlicher Vereine und natürlich einen Eisladen. So konnte ich ausnahmsweise die Menschenmassen genießen, bevor ich mich morgen wieder in die ruhigeren Berge verabschiede. Hat beides etwas....
Meine Planung hat ergeben, dass ich es nicht schaffe, pünktlich im Reschental zu sein, wenn ich nicht ein Stück mit dem Bus fahre. So mache ich es dann morgen. Erst ein paar Besorgungen, dann mit dem Bus ins Mareiterbachtal (oder wie es auch immer heißen mag). Und dann zur Schutzhütte Schneeberg aufsteigen.
Bis dann, habt einen schönen Abend.
Knut









































































Nicht vergessen nach Schulderns in Mals am Bahnhof vorbeizulaufen und das Gleisfünfeck anzusehen!
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