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Regentag - ein Kult kehrt zurück

  • Autorenbild: Knut
    Knut
  • 3. Sept. 2024
  • 4 Min. Lesezeit

Ja, das soll es auch noch geben: Regen... Wochenlang war ich davon verschont geblieben, aber heute war es nach langer Zeit mal wieder soweit. Schon beim Aufstehen regnete es und man hörte den Donner grollen.

Naja, so ganz weit war es heute auch nicht, dann lieber etwas entspannter in den Tag starten und später losgehen, je nachdem, wie sich der Regen entwickelt.


Ich hatte heute meinen Wecker um 6:45 Uhr nicht gehört, bin erst um 7:30 aufgewacht. Die Nacht war okay gewesen, wenn auch trotzdem nicht besonders toll. Um halb 8e sollte es aber schon Frühstück geben - dann schnell raus aus den Federn. Aber als ich sah bzw. hörte, wie sich das Wetter draußen gab, wurde ich schnell wieder entspannt.

Das Frühstück nahm ich mit zwei Herren ein, die gestern Nachmittag auf diesem Refugio angekommen waren: Robert und Klaus, natürlich GTA-Wanderer, natürlich deutschsprachig - und natürlich aus Baden-Württemberg. Auch sie wollten heute nach Fondo, dem Etappenziel. Also redeten wir über das Wetter, die Planungen, wann wer los läuft usw. Schlussendlich hatten wir es alle drei nicht eilig.


Bis ich fertig war mit essen und packen, war es doch halb 10e geworden. Ich hatte meine Regenjacke und - Achtung, jetzt kommt's - meinen REGENROCK ausgepackt und angezogen, seit Wochen das erste Mal. Doch als ich los ging, hatte es mit regnen aufgehört. Noch schnell Jacke ausgezogen und verstaut, Regenrock kann auch gegen "Abstreifnässe" helfen und blieb deshalb an.



Ich ging mit Robert und Klaus gemeinsam los, merkte aber sehr schnell, dass die beiden für meinen Geschmack zu langsam unterwegs sind. Also ging ich vor, wir würden uns sowieso irgendwann im Laufe des Tages oder am Nachmittag wiedersehen. Kaum voraus gegangen, setzte der Regen wieder ein. Es regnete nicht heftig, aber konstant, und somit war es nicht gerade wenig. Ich merkte, dass meine Regenjacke, der Regenrock und auch meine Rucksackhülle schon sehr unter der vielen Nutzung gelitten haben, alle drei waren nicht mehr ganz dicht.


Der Weg führte erst über Wiesen und an Alpen vorbei stetig den Berg hinauf, ohne übertrieben steil zu sein. Das war gut so, gestern war es doch sehr unangenehm. Und später wechselte ich in den alpineren Bereich, wo Felsen und Gras das Bild bestimmten. In Serpentinen arbeitete ich mich nach oben, die beiden Verfolger verlor ich relativ schnell aus den Augen. Wobei ich natürlich sagen muss, dass ich mit Kapuze auch nicht so den Blick nach hinten oder unten hatte.



Oben an der Scharte - es sollten die Höhenmeter für heute bereits sein (730 Hm) - wurde der Regen schwächer. Sehr schön, muss ja nicht den ganzen Tag regnen. Der Weg war zwar nass, aber die neuen Schuhe hielten viel mehr an Nässe ab als die alten. Besser imprägniert??? 🤔

Es folgte ein Stück ein Höhenweg, der einfach zu gehen war und mehr Höhe verlor, als er gewann. An einem ehemaligen Refugio und einer Alpe vorbei war der Weg ausnahmsweise nicht anstrengend. Erst nach einigen Metern wurde es kniffliger, der Weg schmaler, das Gras dichter und war seitlich geneigt. Man musste aufpassen, wohin man trat. Und die seitliche Neigung führte dazu, dass es ein unangenehmes Gefühl gab. Zum Glück hatte ich die neuen Schuhe - es fühlte sich besser und sicherer an mit Laufen. Dennoch setzte ich mich einmal ungewollt hin, es war einfach in Kombination Fels - Gras - Nässe nicht gut.



Am Ende des Höhenwegs stand ein fast 700 Hm umfassender Abstieg an. Ich hatte erst Bedenken, die sich aber als unbegründet herausstellten. Der Weg lag zwar in einem steilen Hang, aber schlängelte sich zwischen massiven Felsblöcken und Felsvorsprüngen in mäßiger Steilheit den Berg herunter. Ich fand es sehr schön, gefiel mir - vor allem landschaftlich. Zwischendurch ließ ich mir auf einem Steinplateau mein Mittagessen schmecken - was es gab, könnt ihr sicher erahnen.



Unten angekommen, ging es erst durch eine kleine Alpe (Piani di Cappia), dann durch den Wald leicht abschüssig am Hang herunter. Zum Glück musste ich heute nicht wieder so tief hinab wie schon so oft, ich sollte heute auf über 1.000 mNN in Fondo übernachten. Vorher ging es erst noch durch ein kleines Bergdörfchen namens Succinto, mit sehr schönen Häuschen und nicht ganz so verranzt, wie viele Dörfchen hier in der Gegend dann doch sind.

Von dort erfolgte der Schlussspurt - wobei "Spurt" hier nicht im übertragenen Sinne verstanden werden darf. Der Weg durch den Wald am Hang entlang, schön auf Höhe bleibend, war nämlich mit Rundkieseln gepflastert, oder mit hohen Stufen aus Stein. Und durch den Regen und die hier eh schon sehr feuchte Atmosphäre im Wald war es brutal glatt. Selbst die neuen Schuhe rutschten mehrfach auf den teils bemoosten Steinen. Ein schnelles Vorankommen war hier noch möglich.



Dennoch erreichte ich sicher und ohne Sturz, und auch zeitlich völlig im Rahmen um 15 Uhr Fondo, einem ganz kleinen Dörfchen nahe Traversella. Hier gab es nichts - außer der Bar mit zwei Zimmern für Übernachtung (insgesamt 3 Betten für maximal 4 Personen), und einer wirklich imposanten und schönen, steinernen Bogenbrücke.



Ich fragte nach einer Übernachtung und erhielt sie auch. Die Bar wurde von einem ziemlich alten Ehepaar geführt, schon im Wanderführer steht, dass die Zimmer von vielen als 'schmuddelig' empfunden werden. Ja, würde ich so unterschreiben. Aber: dort waren Dinge wie Pokale von vor 50 Jahren, eine "Miss Puntualita" -Schärpe und Poster aus den 80-er Jahren zu finden. Das hatte schon seinen eigenen Flair.... 😂



Zwei Stunden nach mir kamen auch Robert und Klaus an, sie bekamen das andere Zimmer, so waren wir alle drei untergebracht. Ich hatte den Nachmittag über am Wasser und am Dorfplatz (mit WLAN) verbracht, war über die Steine des Bachbetts gewandert (Flussbett-Wanderung an der Murg, für diejenigen, die das kennen) und hatte es mir gut gehen lassen!


Abends aßen wir zusammen, waren auch nur zu dritt, und das Essen war im Gegensatz zur gesamten Unterkunft sehr lobend zu erwähnen. Für den morgigen Tag planten wir, nicht zu spät loszukommen. Unser Weg war nicht der Gleiche, ich wollte über die eigentliche Tagesetappe der GTA hinaus noch ein Dorf weiter gehen - hier gibt es nämlich eine Lücke im Wanderweg von ca. 9 km, die man mit dem Bus fahren soll. Ich habe vor, Morgen den ersten Teil zu Fuß zu gehen, und dann am folgenden Tag die zweite Hälfte. Habe schon eine Übernachtung gebucht mitten in der 'Lücke'.


Schildere ich morgen dann nochmal.

Bist dahin!


Gute Nacht und schlaft gut - nicht so wie ich immer in letzter Zeit.


Knuti

 
 
 

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